Das Geschäftsjahr 2025.

Überprüfen und justieren

Das Geschäftsjahr 2025.

Überprüfen und justieren

Martin Vincenz, CEO

2025 war für den Bündner Tourismus erneut ein erfolg­reiches Jahr. Die Gäste­nachfrage konnte auf hohem Niveau gesteigert werden. Gemessen an den gezählten Logier­nächten in der Hotellerie resultierte gar das beste Ergebnis seit 15 Jahren. Besonders erfreulich: zum einen die stabile Nach­frage aus dem Inland mit vielen treuen Schweizer Gästen, zum anderen das anhaltende Interesse von Gästen aus den Vereinigten Staaten und weiteren Fern­märkten sowie aus dem Vereinigten König­­reich. Alles gut, also? Ja, doch Vorsicht: Der Tourismus war und bleibt von externen Faktoren beeinflusst, auf die man oft keinen Einfluss hat.

Global gesehen sorgen mehrfache Entwicklungen für Unsicherheit. Zu nennen sind die kriegerischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, die unberechenbare US-Handelspolitik, aber auch makro­politische Entwicklungen, beispiels­weise zwischen China und den USA. Aber auch der starke Franken, die Energie­versorgung und die Klima­veränderung beeinflussen den Tourismus weiter.

National und regional betrachtet bestehen ebenso mehrfache Herausforderungen, wie etwa die demo­grafische Entwicklung, der Arbeitskräfte­mangel und die Wohnraum­knappheit.

Tourismusfachleute im direkten Austausch am GRF-Marketingtag 2025.

Graubünden Ferien reagiert auf solche Entwicklungen ohne den Kern­auftrag – die Nachfrage­förderung für einen qualitativ wertschöpfungs­intensiven Tourismus – aus den Augen zu verlieren. So haben wir 2025 eine Standort­bestimmung auf mehreren Ebenen eingeleitet. Eine Anfang 2025 abgeschlossene externe Evaluation ergab ein positives Bild. Wir leisten grund­sätzlich solide Arbeit und erreichen die gesetzten Ziele weit­gehend. Empfehlungen zur Optimierung und Effizienz­steigerung nahmen wir auf. Erste Mass­nahmen wurden ergriffen, weitere folgen 2026.

In einer Partner­umfrage erhielten wir ebenso gute Noten: Die verschiedenen Tourismus­akteure im Kanton beurteilten die touristische Marketing­organisation gesamt­haft positiv. Je enger die Zusammen­arbeit ist, desto besser fiel die Beurteilung aus. Noch einen Schritt weiter gehen wir bei der anstehenden Strategie­entwicklung für die neue Leistungs­periode 2027 bis 2030. Auch hierbei setzen wir auf den Blick von aussen. Zusammen mit einer externen Agentur überprüfen wir in Abstimmung auf die kantonale Tourismus­strategie unsere Geschäfts­felder und justieren unsere Tätigkeiten.

An der Stossrichtung und Aufgaben­teilung halten wir fest. Mit den Bereichen Marketing, Innovation & Erlebnis­entwicklung sowie Shared Services waren wir zusammen mit unseren Partnern 2025 erfolgreich. Kenn­zahlen aus dem operativen Geschäft belegen die Wirk­samkeit. Fort­gesetzt werden in dieser Hinsicht die nachfrage­fördernden Aktivitäten. Dazu gehören die Themen­kampagnen und die Fernmärkte-Initiative mit HotellerieSuisse Grau­bünden, aber auch die Bemühungen zur Erschliessung des Marktes Romandie sowie zur Förderung der Nachhaltig­keit im Tourismus durch unsere eigene Projekt­stelle.

Martin Vincenz und Jürg Schmid (rechts) am Abendanlass für den Grossen Rat 2025.

Martin Vincenz und Jürg Schmid (rechts) am Abendanlass für den Grossen Rat 2025.

Von grosser Bedeutung bleibt die Abstützung von innen. Dazu gehört insbesondere die Politik. Die Zusammen­arbeit mit dem Kanton und dem Amt für Wirt­schaft und Tourismus im Speziellen ist beispiel­haft. Mit dem Kantons­parlament, dem Bündner Grossen Rat, durften wir 2025 erneut in einen direkten Aus­tausch treten. Das hohe Interesse an unserem Abend­anlass für den Grossen Rat am Rande der Oktober­session 2025 durften wir als hohe Wert­schätzung interpretieren. Wir nutzten die Gelegenheit, über Heraus­forderungen im Tourismus zu informieren und einen Fokus auf Dienst­leistungen von uns zu legen. Die Rück­meldungen waren erfreulich.

Die Herausforderung nach innen liegt somit vielmehr in der breiten Tourismus­sensibilisierung. Vieles deutet daraufhin, dass Massnahmen zur Festigung der Tourismus­akzeptanz auch in Graubünden nötig geworden sind. Wir sind dazu mit den Destinationen 2025 in einen Dialog getreten. Nur unter Einbezug aller Beteiligten – der Gäste, der Leistungserbringenden mit ihren Mitarbeitenden, der Investoren, der Bevölkerung inklusive der Next Generation wie auch der Zweit­heimischen – kann die Tourismusakzeptanz in den Destinationen und Regionen erhalten werden.

Selfie mit Comedian Fabian Unteregger und MTB-Profi Nino Schurter (von links) am traditionellen Neujahrsapéro 2025 von Graubünden Ferien in Chur.

Weiter zum nächsten Kapitel

Graubünden Ferien in Kürze