Nachhaltigkeitsbericht Kantonsspital Graubünden 2025
Nachhaltigkeitsbericht Kantonsspital Graubünden 2025
Berichterstattung zu nichtfinanziellen Belangen gemäss OR Art. 964a ff.
1. Einleitung
Nachhaltigkeit ist heute mehr als ein Trend – sie ist eine grundlegende Verantwortung gegenüber Umwelt, Gesellschaft und zukünftigen Generationen. Als Unternehmen sehen wir es als unsere Aufgabe, wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen.
Dieser Nachhaltigkeitsbericht gibt einen Überblick über unsere Ziele und Massnahmen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Er zeigt auf, wie wir Ressourcen schonen, Emissionen reduzieren, verantwortungsvoll mit unseren Mitarbeitenden und Partnern umgehen und einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten.
Wir verstehen Nachhaltigkeit als kontinuierlichen Prozess. Daher arbeiten wir stetig daran, unsere Prozesse und Leistungen weiterzuentwickeln. Transparenz, Verantwortung und langfristiges Denken bilden dabei die Grundlage unseres Handelns.
Mit diesem Bericht möchten wir offen über unsere Fortschritte und Herausforderungen informieren und gleichzeitig den Dialog mit unseren Stakeholdern fördern.
2. Environmental / Umwelt (E)
Dieser Aspekt bezieht sich auf die Auswirkungen einer Unternehmung auf die Umwelt, einschliesslich Themen wie Klimawandel, Energieeffizienz, Ressourcenverbrauch, Abfallmanagement und Umweltverschmutzung1.
2.1 Nachhaltigkeitsaspekte
Environmental, Social and Corporate Governance (ESG) (deutsch: Umwelt, Soziales und Führung) sind Kriterien und Rahmenbedingungen für die Berücksichtigung von Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Sozialfragen innerhalb von Unternehmensführungen, öffentlichen Körperschaften, Regierungen und Behörden. ESG-Kriterien sind so konzipiert, dass sie in die Strategie einer Unternehmung eingebettet sind und die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Wertschöpfung für alle Interessengruppen der Unternehmung (wie Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Geldgeber) berücksichtigen1.
2.2 Nachhaltigkeitsstrategie
Mit dem Beitritt zum Zukunftsvertrag der Vereinten Nationen (UN) hat sich die Schweiz verpflichtet, die UN-Agenda 2030 mitzutragen und somit die 17 Sustainable Developement Goals (SDGs, Abbildung 12) umzusetzen. Die regulatorischen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und ESG befinden sich sowohl national als auch international in einem dynamischen Wandel. In der Schweiz wurden in den letzten Jahren neue Vorschriften zur Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange sowie zur Klimaberichterstattung eingeführt. Als Unternehmen verfolgen wir diese Entwicklungen aktiv und stellen sicher, dass unsere Prozesse, Ziele und Berichterstattungspraktiken kontinuierlich an die sich weiterentwickelnden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Das Kantonsspital Graubünden (KSGR) setzt auf eine nachhaltige Unternehmenskultur.
Der Hauptauftrag des KSGR deckt sich vollumfänglich mit dem Ziel Nr. 3 «Gesundheit und Wohlergehen». Das Thema von Ziel Nr. 4 «Hochwertige Bildung» sowie Nr. 5 «Geschlechtergleichheit» sind im KSGR seit Jahren tief verankert und werden täglich gelebt.

Abbildung 1: 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, UN 2
Das Thema «Nachhaltiges und ökologisches Unternehmen» wird durch den Leitsatz in unserer Strategie «Wir übernehmen Verantwortung und wollen als nachhaltiges Unternehmen wahrgenommen werden» verdeutlicht.
Im Berichtsjahr 2025 konnte an weiteren Zielen aktiv gearbeitet werden, siehe 2.8 Nachhaltigkeitstätigkeiten und -projekte.
2.3 Nachhaltigkeitskonzept
Das KSGR-Nachhaltigkeitskonzept wurde von der Geschäftsleitung am 26.06.2023 in einer ersten Fassung in Kraft gesetzt. Die Direktionsstabsstelle Corporate Support wurde als «Beauftragte Stelle für Nachhaltigkeit» bis Ende 2025 festgelegt und die Arbeitsgruppe für Nachhaltigkeit (ArG NH) eingesetzt. Die Arbeitsgruppe mit zehn internen Fachpersonen initiiert und begleitet Nachhaltigkeitsmassnahmen und berät die Gremien und Abteilungen im KSGR. Im Weiteren ist die ArG NH für die interne Weiterbildung und die periodische Berichterstattung zu den Nachhaltigkeitsthemen verantwortlich.
Ab dem 01.01.2026 ist das Prozess- und Qualitätsmanagement des Departements Infrastruktur & Hospitality mit der Rolle der «Beauftragen Stelle für Nachhaltigkeit» festgelegt.
2.4 Analyse / Wesentlichkeit
Das KSGR konnte von 2017 bis 2021 am Nationalen Forschungsprogramm «NFP 73-Nachhaltige Wirtschaft» des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Projekt «Green Hospital» mitarbeiten. Im Rahmen dieser Forschungstätigkeit wurden die Umweltauswirkungen von Schweizer Spitälern analysiert. Experten der Forschungsgruppe Ökobilanzierung der ZHAW, des Instituts für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) und der Abteilung Health Care Logistics des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) arbeiteten in einem interdisziplinären Forschungsteam zusammen. Abbildung 23 zeigt die Aufteilung des Treibhauspotentials eines durchschnittlichen Schweizer Spitals.

Abbildung 2: Aufteilung Treibhauspotential eines durchschnittlichen Schweizer Spitals
Abbildung 33 verdeutlicht die Klimaeffizienz und den Anteil am Treibhauspotential der untersuchten Berieche in den 19 Spitälern der NFP-73 Studie «Green Hospital». Mit diesen Forschungsarbeiten konnten die wesentlichen CO2-Potentiale und somit die umweltrelevanten Bereiche in einem Spital erarbeitet werden.

Abbildung 3: Klimaeffizienz und Anteil am Treibhauspotential NFP-73 Studie «Green Hospital»
Basierend auf der KSGR-Strategie, den Forschungserkenntnissen aus «Green Hospital» sowie den nationalen Vorgaben hat das KSGR 2023 zwölf Ziele festgelegt. Diese Ziele sind nach den drei SDG-Themen aufgeteilt und werden bis Ende 2027 fokussiert bearbeitet:
Environmental
- Reduktion der CO2e-Emissionen Scope 1+2 um 30% bis Ende 2027
- Reduktion der CO2e-Emissionen Scope 3 durch die Einforderung von Vorgaben und Bildung von Partnerschaften
- Förderung von alternativer/CO2-neutraler Energie
- Transformation der innerbetrieblichen Fahrzeuge zu e-Mobilität
- Förderung der umweltfreundlichen Mobilität für Mitarbeitende, Patienten und Besucher
Social
- Mitarbeitende: Label Friendly Workspace
- Hohe Mitarbeitendenzufriedenheit und -gesundheit
- Förderung der gesunden Ernährungsgewohnheiten bei unseren Patienten, Besuchern und Mitarbeitenden, Reduktion Fleischkonsum, Förderung «Food Save»
- Einforderung der UN-SDGs in der Zulieferkette mit Festlegung/Vereinbarung von Lieferbedingungen/Zertifizierungen
Governance
- Beeinflussung Liefer-/Abnehmerketten zu SDGs und ESG-Konzepten
- Ressourcenmanagement
- Energieoptimierungsmassnahmen
- Reduktion ESG-Risiken
2.5 Risikomanagement
Das Risikomanagement am KSGR orientiert sich an den drei Modellen COSO, Three Lines und ISO 31000 und wurde an die Gegebenheiten des KSGR angepasst. Entsprechend werden Risiken aus den Bereichen Governance und Kultur, Strategie und Zielsetzung, Laufender Betrieb sowie Finanzen und Wirtschaftlichkeit betrachtet. Nachhaltigkeitsthemen sind in den Risikobereichen Gesetzgebung, Zertifizierungen und amtliche Bewilligungen, Gesellschaft und Entsorgung verankert. Die Detailausführungen sind im Konzept Risikomanagement KSGR erläutert. Der Risikomanagementprozess ist wie nachfolgend beschrieben aufgebaut.
Risikoinventar Departemente
Basierend auf internen KSGR-Risiken sowie nationalen und internationalen Risk-Report-Publikationen wurde ein standardisiertes Risikoinventar erstellt und entsprechend referenziert. Das KSGR-Risikoinventar wird durch die Risikokoordinatoren in den Departementen in Zusammenarbeit mit den Führungspersonen jährlich zur Beurteilung vorgelegt.
Risikorahmen
Als Basis der Risikobeurteilung wird ein grober Risikorahmen stichwortartig formuliert und referenziert. Gemeinsam mit dem Managementbericht Qualität gilt dieser als Beurteilungsgrundlage.
Risikobeurteilung
Die Departemente beurteilen sämtliche zugeteilten und gegebenenfalls ergänzten Risiken nach Vorgabe der Bewertungsgrundlagen.
Risikokonferenz
Die Risikokonferenz tagt einmal jährlich nach Abschluss der Risikobeurteilung und validiert das Risikoinventar KSGR, definiert die Top-Risiken und schlägt verantwortliche Personen und/oder Bereiche für die Planung und Umsetzung der Massnahmen zuhanden der Geschäftsleitung vor.
Bewertungsgrundlagen
Die Bewertungsgrundlagen sind anhand von Literatur und in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Expertinnen und Experten in den Bereichen Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadensausmass und Entdeckungswahrscheinlichkeit definiert und validiert.
Risikoschulungen
Alle verantwortlichen Personen und Departemente werden in den einzelnen Prozessschritte regelmässig geschult.
Risikoinventar KSGR
Die Beurteilungen der Einzelrisiken werden mit einer mathematischen Durchschnittsberechnung in ein KSGR-Risikoinventar zusammengefasst. Risiken mit einer Risikoprioritätszahl (RPZ) von unter 20 gelten als kompensiert. Risiken mit einer RPZ von 20 bis 39 sind kritisch zu betrachten und im Auge zu behalten und Risiken mit einer RPZ von 40 und höher gelten als nicht kompensiert und müssen priorisiert behandelt werden.
Risikobericht
Der Risikobericht wird zuhanden der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats mit dem Ziel der Freigabe der verantwortlichen Personen und/oder Bereiche für die Massnahmenerarbeitung der Top-Risiken erstellt.

Abbildung 4: Risikoprozess KSGR
2.6 Ressourcenmanagement
Das KSGR betreibt ein aktives Energiemanagement. Sämtliche beanspruchten Ressourcen werden effizient eingesetzt, deren Verwendung bewertet und wo immer möglich reduziert. Das CO2-Emissionspotential wird aktiv reduziert.
2.7 Klimarelevante Emissionen
Die klimarelevanten Emissionen des KSGR4 wurden in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Ökobilanzierung vom Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen der ZHAW erarbeitet. Basierend auf den Verfahren des NFP 73-Nachhaltige Wirtschaft-Green Hospital und dem IPCC2021-Protokoll wurden die Jahre 2018, 2022 und 2024 (inklusive Standort Walenstadt) ausgewertet.
Die Treibhausgasemissionen (THGE) des Kantonsspital Graubünden haben sich in den Jahren 2018 bis 2024 von rund 9'000 Tonnen CO2e auf rund 7'300 Tonnen CO2e entwickelt, was einer Reduktion von knapp 19% entspricht.
Diese Reduktion konnte trotz des rund 10%-Wachstums (Fläche, Leistung, Personal) aufgrund der Integration des Standortes Walenstadt erreicht werden. Ausschlaggebend waren der Weiterumbau der Wärmesysteme von fossilen Brennstoffen zu Fernwärme, die Umstellung des eingekauften Stromes auf CO2-armen CH-Wasserstrom sowie der Steigerung der Produktion von eigenem Solarstrom. Trotz deutlichem Leistungswachstum konnte in den Bereichen Verpflegung, Medikamente sowie Infrastruktur die Treibhausgasemissionen faktisch konstant gehalten werden. Die Betrachtung der Abschätzung der THG-Emissionen pro Vollzeitäquivalent (VZÄ) betrug 2018 5.0 Tonnen CO2e, bis Ende 2024 verringerte sich der Wert gegenüber dem Basisjahr 2028 um 40% auf 3.0 Tonnen CO2e/VZÄ.

Abbildung 5: Vergleich des Treibhauspotentials des KSGR der Jahre 2018, 2022 – 2024 nach IPCC20214
In einer weiteren Standortbestimmung5 mit dem Verband Ingenieur Hospital Schweiz (IHS) konnten wir feststellen, dass im KSGR in Scope 1 – 2 ca. 12% und in Scope 3 ca. 88% der THG-Emissionen anfallen. Scope 3 «andere indirekte Emissionen» umfassen Verbrauchsmaterialien/Verpflegung, Gebäude/Betriebseinrichtungen, Abfall/Abwasser sowie Mobilität. Somit werden wir in Zukunft auch einen Schwerpunkt auf die Scope 3-Emissionen legen.

Abbildung 6: Treibhausgasemissionen und Aufteilung nach Scope 1 – 2 und Scope 35
2024 haben wir die Mobilität unserer Mitarbeitenden detaillierter ausgewertet. Eine Befragung7 (3'000 Mitarbeitende, 1'000 Rückantworten, Beteiligung 33%) hat folgende Daten ergeben:

Aufgrund Rückmeldungen in der Befragung wurden die Veloparkieranlagen an unseren Standorten sowie das Veloverleihsystem von Nextbike ausgebaut.
2.8 Nachhaltigkeitstätigkeiten und -projekte 2025

Ziel Nr. 7 «Bezahlbare und saubere Energie»
Photovoltaik-Anlagen 2025 konnte mit den Photovoltaik-Anlagen am Hauptstandort (Abbildung 7) sowie dem Standort Kreuzspital elektrische Energie von 692.42 MWh (bei total installierter Leistung von 643.02 kWp) gewonnen werden. Diese Leistung wurde zu 100% im Eigenbedarf direkt genutzt. Die solar produzierte elektrische Energie entspricht 5.2% des Jahresbedarfs des KSGR.

Abbildung 7: Photovoltaikanlagen KSGR, Hauptstandort

Ziel Nr. 12 «Verantwortungsvoller Konsum und Produktion»
Food Save Durch optimierte Bedarfsplanung, präzisere Prognosemodelle und strukturierte Bestandskontrollen konnten wir unsere Abschreibungsquote im Berichtsjahr deutlich senken. Überschüssige, aber einwandfreie Lebensmittel integrieren wir in alternative Verwendungskonzepte.
Beschaffung Gemüse Durch die enge Partnerschaft mit drei nach den Richtlinien von Bio Suisse zertifizierten Betrieben stärken wir die regionale Wertschöpfung und fördern eine ökologisch verantwortungsvolle Landwirtschaft. Die direkte Beschaffung ohne Zwischenhandel ermöglicht kurze Transportwege, transparente Produktionsbedingungen und eine verlässliche Rückverfolgbarkeit der Produkte. Die Integration regionaler Bio-Produkte unterstützt nicht nur ökologische Ziele wie Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität, sondern leistet auch einen messbaren Beitrag zur Reduktion unseres CO2-Fussabdrucks.

Ziel Nr. 13 «Massnahmen zum Klimaschutz»
Green-IT
Beleuchtungsersatz Personalparkhaus Arlibon Im Personalparkhaus Arlibon wurde ein Projekt für den Ersatz der alten Parkhausbeleuchtung abgeschlossen. Die alten Fluoreszenzröhren-Leuchten wurden in selber Stückzahl durch LED-Balkenleuchten ersetzt. Anstelle Betrieb ab Netzkommando des Energieversorgers (analog der Strassenbeleuchtung) ist die Beleuchtung neu zu 50% über Tageslichtanteil-Steuerung und zu 50% über Tageslichtanteil-Steuerung mit Präsenzmeldung angesteuert. Mit diesem Umbau werden Energiekosten im Bereich von 50% (16'468 kWh/Jahr) eingespart.
Fernwärme Personalhaus Lichtenstein Die Wärmeversorgung von Öl zu Fernwärme in der Personalwohnliegenschaft Haus Lichtenstein wurde im Zuge der Gesamtsanierung des Gebäudes umgesetzt.
Bike to work Auch 2025 hat das KSGR bei «bike to work» mitgemacht.
83 Teams mit Total 310 Teilnehmenden haben während den Monaten Mai und Juni 2025 insgesamt 3'735 Velotage und somit 34'715 Velokilometer gesammelt.
Basierend auf den Berechnungen von bike to work entspricht dies einer Einsparung von rund 5 Tonnen CO2e.
Die Befragung zur Mobilität der Mitarbeitenden im Jahr 2023 hat ausserdem ergeben, dass rund 17% der Mitarbeitenden entweder mit dem Velo oder zu Fuss den Arbeitsweg zurücklegt.
Entsorgung Das Kantonsspital Graubünden hat im Jahr 2025 durch die Verwertung der Wertstoffe einen wertvollen Beitrag für die Umwelt geleistet. Insgesamt konnten durch die fachgerechte und getrennte Entsorgung und Recycling 462.3 Tonnen CO2e eingespart werden.

Ziel Nr. 14 «Leben unter Wasser»
Reduktion der Kontrastmittel im Abwasser
Das KSGR beteiligt sich an einem Pilotprojekt zum Schutz unserer Gewässer und dem Leben im Wasser. Das Pilotprojekt untersucht, inwiefern der Anteil an medizinisch genutzten Kontrastmitteln in den Gewässern durch gezielte Massnahmen in einer Gesundheitseinrichtung reduziert werden kann.

Ziel Nr. 13 «Massnahmen zum Klimaschutz»
Beleuchtungsersatz Im Bettenhaus D wird die alte Beleuchtung, bestehend aus Fluoreszenzleuchten-Lampen durch LED-Lampen ersetzt. Die Ansteuerung wird über eine Tageslichtabhängige Präsenzmeldung erfolgen.
Weitere Bereich werden im Verlaufe des Jahres 2026 eruiert und entsprechend budgetiert.
Mobilität Mitarbeitende Das Thema der Mobilität der Mitarbeitenden wird im 2026 neu aufgegriffen. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus allen Interessengruppen wird gebildet und sucht entsprechende Lösungen, um eine nachhaltigere Pendlermobilität zu fördern.
3. Social / Soziales (S)
3.1 Grundlagen Soziales
Der soziale Aspekt von ESG betrifft die Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten, Gemeinschaften und anderen relevanten Stakeholdern. Dazu gehören Themen wie Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Vielfalt und Inklusion, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie das Engagement in der Gemeinschaft.
Die Stiftung Kantonsspital Graubünden beschäftigt aktuell rund 3'500 Mitarbeitende. Somit ist sie der grösste private Arbeitgeberin im Kanton Graubünden. Das KSGR hält sich an die geltenden Gesetze und Vorschriften im Bereich Mitarbeitenden- und Umweltschutz. Das KSGR-Kader informiert die Mitarbeitenden regelmässig direkt. Die Informationen werden auch über die digitalen Kommunikationswege bereitgestellt. Die Mitarbeitenden sowie die Personalkommission (PEKO) haben die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Somit wird auch die durchgängige Einhaltung der Arbeitsrechte sowie der Gesundheits- und Arbeitsschutz gewährleistet. Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) sowie die Lohngleichheit werden durch externe Audits/Analysen bestätigt.

Ziel Nr. 3 «Gesundheit und Wohlergehen»
Betriebliches Gesundheitsmanagement
Die Gesundheit der Mitarbeitenden hat am Kantonsspital Graubünden (KSGR) einen hohen Stellenwert. Dieser Anspruch ist im KSGR-House 2023 – 2026 ausdrücklich verankert und wird durch den Leitsatz «Die Gesundheit unserer Mitarbeitenden ist uns wichtig.» unterstrichen.
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist ein zentrales Instrument zur Umsetzung dieses Anspruchs. Es leistet einen wesentlichen Beitrag zur Leistungsfähigkeit, Motivation und langfristigen Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden.
Der Spitalalltag ist geprägt von hoher Arbeitsintensität, Schichtarbeit, Fachkräftemangel sowie steigenden psychischen und physischen Anforderungen. Diese Rahmenbedingungen wirken sich unmittelbar auf Gesundheit, Arbeitszufriedenheit, Absenzen sowie die Bindung der Mitarbeitenden aus. Ein systematisch gesteuertes BGM stellt daher einen wichtigen Erfolgsfaktor dar, um eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Patientenversorgung sicherzustellen.
Das BGM am KSGR ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und orientiert sich an den strategischen Zielen des KSGR-House. Gesundheit wird dabei nicht als einzelne Massnahme verstanden, sondern als gemeinsame Verantwortung von Organisation, Führungskräften und Mitarbeitenden.
Im Zentrum stehen drei strategische Leitlinien:
Gesundheit als Wert und Eigenverantwortung Mitarbeitende werden befähigt und unterstützt, Verantwortung für ihre eigene Gesundheit zu übernehmen.
Gesundheit als Führungsaufgabe Führungskräfte sind sich ihrer Wirkung auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit bewusst und gestalten die Arbeitsbedingungen aktiv gesundheitsförderlich.
Gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen und Prozesse Arbeitsorganisation, Zusammenarbeit und betriebliche Prozesse werden systematisch gesundheitsorientiert weiterentwickelt.
Das BGM verfolgt das Ziel, durch präventive und gesundheitsförderliche Massnahmen einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Im Fokus stehen dabei die Reduktion gesundheitlicher Belastungen, die Stärkung von Ressourcen sowie die frühzeitige Erkennung von Risiken.
Die strategischen Zielsetzungen sind:
Gesunde und leistungsfähige Mitarbeitende Förderung der physischen und psychischen Gesundheit sowie der Motivation.
Stabile Präsenz und nachhaltige Arbeitsfähigkeit Prävention von Langzeitabsenzen und Sicherstellung der langfristigen Einsatzfähigkeit.
Attraktive Arbeitgeberin Stärkung der Mitarbeitendenbindung, der Zufriedenheit sowie der Attraktivität als Arbeitgeberin.
Das BGM berichtet jährlich über zentrale Erkenntnisse und Entwicklungen. Der Bericht umfasst aktuelle Handlungsschwerpunkte, die im Geschäftsjahr umgesetzten Aktivitäten sowie einen Ausblick auf die geplanten Massnahmen der kommenden Periode.

Ziel Nr. 4 «Hochwertige Bildung»
Das KSGR ist ein bedeutendes Ausbildungs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheitsberufe in der Südostschweiz. Bildung und Nachwuchsförderung haben einen hohen Stellenwert und leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung von qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen.
Mit einem vielfältigen Angebot an 13 Lehrberufen in der beruflichen Grundbildung ermöglicht das KSGR zahlreichen Jugendlichen einen fundierten Einstieg ins Berufsleben. Insgesamt werden im Jahr über 800 Personen in über 30 verschiedenen Berufen ausgebildet. Davon befinden sich 119 Lernende in einer Berufslehre am KSGR.
Neben der beruflichen Grundbildung umfasst das Bildungsangebot auch höhere Fachausbildungen, Nachdiplomstudiengänge sowie ärztliche Weiterbildungen. Dadurch deckt das Spital verschiedene Qualifizierungsstufen ab – von der Ausbildung über die Spezialisierung bis hin zur kontinuierlichen beruflichen Weiterentwicklung.
Die Ausbildung am KSGR zeichnet sich insbesondere durch Praxisnähe, hohe Qualitätsansprüche, Vielfalt und eine enge Begleitung der Lernenden und Studierenden aus. Ziel ist es, kompetente Fachpersonen auszubilden und gleichzeitig eine hohe Qualität in der Patientenversorgung sicherzustellen.

Ziel Nr. 8 «Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum»
Das KSGR leistet als Zentrumsspital der Südostschweiz einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung. Mit mehreren tausend Mitarbeitenden zählt es zu den grössten Arbeitgebern im Kanton Graubünden und bietet zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze in medizinischen, pflegerischen, technischen und administrativen Bereichen.
Ein zentraler Fokus liegt auf attraktiven und fairen Arbeitsbedingungen sowie einer langfristigen Mitarbeitendenbindung. Dazu gehören unter anderem marktgerechte Löhne, Weiterbildungsmöglichkeiten, flexible Arbeitsmodelle sowie Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Spitalalltag. Ziel ist es, sowohl bestehende Mitarbeitende zu halten als auch neue Fachkräfte zu gewinnen und damit die Versorgung der Bevölkerung nachhaltig sicherzustellen.
Das KSGR investiert zudem gezielt in Führungs- und Personalentwicklung, um eine moderne und verantwortungsvolle Führungskultur zu stärken. Durch entsprechende Programme werden Führungskräfte in ihrer Rolle unterstützt und befähigt, ein gesundheitsförderliches und wertschätzendes Arbeitsumfeld zu gestalten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen. Innovative Ansätze, beispielsweise neue Arbeitszeitmodelle oder Projekte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, tragen dazu bei, den Arbeitsalltag nachhaltig zu verbessern.
Um die Qualität seiner Arbeitsbedingungen systematisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln, lässt das KSGR sein betriebliches Gesundheitsmanagement nach dem Friendly Work Space Label zertifizieren. Dieses anerkannte Label zeichnet Organisationen aus, die sich in besonderem Mass für gesunde Arbeitsbedingungen und das Wohl ihrer Mitarbeitenden einsetzen.
Durch diese Massnahmen fördert das KSGR menschenwürdige Arbeit, stärkt seine Attraktivität als Arbeitgeber und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität und zur nachhaltigen Gesundheitsversorgung in der Region.

Ziel Nr. 9 «Industrie, Innovation und Infrastruktur»
Das KSGR trägt durch eine moderne Infrastruktur, innovative medizinische Technologien und kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Prozesse zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsziels Industrie, Innovation und Infrastruktur bei. Als Zentrumsspital der Südostschweiz investiert das KSGR laufend in den Ausbau und die Modernisierung seiner baulichen und technischen Infrastruktur, um eine qualitativ hochwertige, sichere und effiziente Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Innovation in Medizin, Pflege und Organisation. Neue Technologien, digitale Lösungen und moderne Behandlungsmethoden werden gezielt eingesetzt, um Diagnostik, Therapie und Patientenprozesse kontinuierlich zu verbessern. Gleichzeitig werden interne Prozesse weiterentwickelt, um Effizienz, Qualität und Patientensicherheit nachhaltig zu stärken.
Auch im Bereich Digitalisierung und IT-Infrastruktur verfolgt das KSGR eine klare Entwicklungsstrategie. So wurde die Server-Infrastruktur vollständig auf HPE GreenLake der Hewlett Packard Enterprise umgestellt. Durch diese Modernisierung konnte der Energieverbrauch im Bereich der Server-Infrastruktur um rund 40 % gegenüber dem bisherigen Verbrauch reduziert werden. Dies trägt sowohl zur Effizienzsteigerung der IT-Systeme als auch zur Reduktion des ökologischen Fussabdrucks des Spitals bei.
Darüber hinaus engagiert sich das KSGR in Forschung, Entwicklung und Ausbildung. In Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen werden neue medizinische Erkenntnisse in die Praxis integriert und innovative Versorgungsmodelle entwickelt. Damit leistet das Spital einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in der Region.
Durch den gezielten Ausbau seiner Infrastruktur, die Förderung von Innovation und den Einsatz moderner Technologien stärkt das KSGR langfristig eine leistungsfähige und nachhaltige Gesundheitsversorgung.
4. Governance / Führung (G)
Eine verantwortungsvolle und transparente Unternehmensführung bildet die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung des KSGR. Klare Führungsstrukturen, verbindliche Richtlinien und eine wertebasierte Unternehmenskultur stellen sicher, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte in strategische Entscheidungen einbezogen werden.
Die Governance-Strukturen des KSGR gewährleisten eine klare Rollenverteilung zwischen strategischer und operativer Führung sowie eine transparente Entscheidungsfindung. Strategische Leitlinien, interne Reglemente und Kontrollmechanismen unterstützen eine verantwortungsvolle Unternehmenssteuerung und tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu managen.
Ein zentraler Bestandteil der Führungskultur ist die Förderung von Integrität, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein. Führungskräfte übernehmen eine wichtige Vorbildfunktion und tragen dazu bei, ethische Grundsätze sowie gesetzliche und regulatorische Anforderungen konsequent umzusetzen.
Darüber hinaus setzt das KSGR auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Führungskompetenzen. Durch gezielte Führungsprogramme und interne Entwicklungsangebote werden Führungspersonen darin unterstützt, Mitarbeitende wertschätzend zu führen, Veränderungen aktiv zu gestalten und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Durch diese Strukturen und Massnahmen stellt das KSGR sicher, dass verantwortungsvolle Führung und gute Unternehmensführung langfristig zur Stabilität, Qualität und Nachhaltigkeit der Gesundheitsversorgung beitragen.
5. Quellen
- DVKC, Leitfaden Erstellung einer DNK-Erklärung für Gesundheitseinrichtungen (10/2023)
- UN-Agenda, 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SGD's) https://unric.org/de/17ziele/(2022)
- SNF, Nachhaltige Wirtschaft NFP-73 Policy Brief Nr. 4/2022, Green Hospital (12/2022)
- ZHAW, KSGR: Umweltauswirkungen im Jahr 2024 im Vergleich zu 2018, 2022 – 2024 (10/2025)
- IHS, KSGR Nachhaltigkeit mit Fokus Netto-Null, Standortbestimmung (22.12.2023)
- SBB, KSGR 2024-Mitarbeiterbefragung zur Pendlermobilität (07.05.2024)