Nachhaltigkeits­bericht Kantonsspital Graubünden 2025

Nachhaltigkeits­bericht Kantonsspital Graubünden 2025

Berichterstattung zu nichtfinanziellen Belangen gemäss OR Art. 964a ff.

➔ Einleitung
➔ Environmental / Umwelt (E)
➔ Social / Soziales (S)
➔ Governance / Führung (G)

1. Einleitung

Nachhaltigkeit ist heute mehr als ein Trend – sie ist eine grund­legende Verant­wortung gegenüber Umwelt, Gesell­schaft und zukünftigen Genera­tionen. Als Unter­nehmen sehen wir es als unsere Aufgabe, wirt­schaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen.

Dieser Nachhaltig­keitsbericht gibt einen Über­blick über unsere Ziele und Mass­nahmen im Bereich der nach­haltigen Entwicklung. Er zeigt auf, wie wir Ressourcen schonen, Emissionen reduzieren, verantwortungs­voll mit unseren Mitarbeitenden und Partnern umgehen und einen positiven Beitrag für die Gesell­schaft leisten.

Wir verstehen Nach­haltigkeit als kontinuierlichen Prozess. Daher arbeiten wir stetig daran, unsere Prozesse und Leistungen weiter­zuentwickeln. Transparenz, Verant­wortung und lang­fristiges Denken bilden dabei die Grund­lage unseres Handelns.

Mit diesem Bericht möchten wir offen über unsere Fort­schritte und Heraus­for­de­rungen informieren und gleichzeitig den Dialog mit unseren Stakeholdern fördern.

2. Environmental / Umwelt (E)

Dieser Aspekt bezieht sich auf die Auswirkungen einer Unter­nehmung auf die Umwelt, einschliesslich Themen wie Klima­wandel, Energie­effizienz, Ressourcen­­verbrauch, Abfall­management und Umwelt­verschmutzung1.

2.1 Nachhaltigkeitsaspekte

Environmental, Social and Corporate Governance (ESG) (deutsch: Umwelt, Soziales und Führung) sind Kriterien und Rahmenbedingungen für die Berück­sich­tigung von Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Sozialfragen innerhalb von Unter­nehmens­führungen, öffentlichen Körper­schaften, Regierungen und Behörden. ESG-Kriterien sind so konzipiert, dass sie in die Strategie einer Unternehmung eingebettet sind und die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Wertschöpfung für alle Interessengruppen der Unternehmung (wie Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Geldgeber) berücksichtigen1.

2.2 Nachhaltigkeitsstrategie

Mit dem Beitritt zum Zukunfts­vertrag der Vereinten Nationen (UN) hat sich die Schweiz verpflichtet, die UN-Agenda 2030 mitzutragen und somit die 17 Sustainable Developement Goals (SDGs, Abbildung 12) umzusetzen. Die regula­torischen Anforderungen im Bereich Nach­haltig­keit und ESG befinden sich sowohl national als auch international in einem dynamischen Wandel. In der Schweiz wurden in den letzten Jahren neue Vorschriften zur Bericht­erstattung über nicht­finanzielle Belange sowie zur Klima­bericht­erstattung eingeführt. Als Unter­nehmen verfolgen wir diese Entwicklungen aktiv und stellen sicher, dass unsere Prozesse, Ziele und Bericht­erstattungs­praktiken kontinuierlich an die sich weiter­entwickelnden gesetzlichen Rahmen­bedingungen angepasst werden. Das Kantons­spital Graubünden (KSGR) setzt auf eine nach­haltige Unternehmens­kultur.

Der Hauptauftrag des KSGR deckt sich voll­umfänglich mit dem Ziel Nr. 3 «Gesund­heit und Wohl­ergehen». Das Thema von Ziel Nr. 4 «Hoch­wertige Bildung» sowie Nr. 5 «Geschlechter­gleichheit» sind im KSGR seit Jahren tief verankert und werden täglich gelebt.

Abbildung 1: 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, UN 2

Das Thema «Nachhaltiges und öko­logisches Unternehmen» wird durch den Leitsatz in unserer Strategie «Wir über­nehmen Verantwortung und wollen als nachhaltiges Unternehmen wahr­genommen werden» verdeutlicht.

Im Berichtsjahr 2025 konnte an weiteren Zielen aktiv gearbeitet werden, siehe 2.8 Nachhaltigkeitstätigkeiten und -projekte.

2.3 Nachhaltigkeitskonzept

Das KSGR-Nachhaltigkeitskonzept wurde von der Geschäfts­leitung am 26.06.2023 in einer ersten Fassung in Kraft gesetzt. Die Direktions­stabsstelle Corporate Support wurde als «Beauftragte Stelle für Nach­haltig­keit» bis Ende 2025 festgelegt und die Arbeits­gruppe für Nach­haltig­keit (ArG NH) eingesetzt. Die Arbeits­gruppe mit zehn internen Fach­personen initiiert und begleitet Nachhaltig­keits­mass­nahmen und berät die Gremien und Abteilungen im KSGR. Im Weiteren ist die ArG NH für die interne Weiter­bildung und die periodische Bericht­erstattung zu den Nachhaltig­keits­themen verantwortlich.

Ab dem 01.01.2026 ist das Prozess- und Qualitäts­management des Departements Infra­struktur & Hospitality mit der Rolle der «Beauftragen Stelle für Nachhaltig­keit» festgelegt.

2.4 Analyse / Wesentlichkeit

Das KSGR konnte von 2017 bis 2021 am Nationalen Forschungs­­programm «NFP 73-Nach­haltige Wirt­schaft» des Schweizerischen National­fonds (SNF) im Projekt «Green Hospital» mitarbeiten. Im Rahmen dieser Forschungs­tätigkeit wurden die Umwelt­auswirkungen von Schweizer Spitälern analysiert. Experten der Forschungs­gruppe Öko­bilanzierung der ZHAW, des Instituts für Wirtschafts­studien Basel (IWSB) und der Abteilung Health Care Logistics des Fraunhofer-Instituts für Material­­fluss und Logistik (IML) arbeiteten in einem inter­diszi­plinären Forschungs­team zusammen. Abbildung 23 zeigt die Aufteilung des Treib­haus­potentials eines durch­schnitt­lichen Schweizer Spitals.

Abbildung 2: Aufteilung Treibhauspotential eines durchschnittlichen Schweizer Spitals

Abbildung 33 verdeutlicht die Klima­effizienz und den Anteil am Treibhaus­potential der untersuchten Berieche in den 19 Spitälern der NFP-73 Studie «Green Hospital». Mit diesen Forschungsarbeiten konnten die wesentlichen CO2-Potentiale und somit die umweltrelevanten Bereiche in einem Spital erarbeitet werden.

Abbildung 3: Klimaeffizienz und Anteil am Treibhauspotential NFP-73 Studie «Green Hospital»

Basierend auf der KSGR-Strategie, den Forschungserkenntnissen aus «Green Hospital» sowie den nationalen Vorgaben hat das KSGR 2023 zwölf Ziele festgelegt. Diese Ziele sind nach den drei SDG-Themen aufgeteilt und werden bis Ende 2027 fokussiert bearbeitet:

Environmental

  • Reduktion der CO2e-Emissionen Scope 1+2 um 30% bis Ende 2027
  • Reduktion der CO2e-Emissionen Scope 3 durch die Einforderung von Vorgaben und Bildung von Partnerschaften
  • Förderung von alternativer/CO2-neutraler Energie
  • Transformation der innerbetrieblichen Fahrzeuge zu e-Mobilität
  • Förderung der umweltfreundlichen Mobilität für Mitarbeitende, Patienten und Besucher

Social

  • Mitarbeitende: Label Friendly Workspace
  • Hohe Mitarbeitendenzufriedenheit und -gesundheit
  • Förderung der gesunden Ernährungs­gewohnheiten bei unseren Patienten, Besuchern und Mitarbeitenden, Reduktion Fleischkonsum, Förderung «Food Save»
  • Einforderung der UN-SDGs in der Zulieferkette mit Festlegung/Vereinbarung von Lieferbedingungen/Zertifizierungen

Governance

  • Beeinflussung Liefer-/Abnehmerketten zu SDGs und ESG-Konzepten
  • Ressourcenmanagement
  • Energieoptimierungsmassnahmen
  • Reduktion ESG-Risiken

2.5 Risikomanagement

Das Risikomanagement am KSGR orientiert sich an den drei Modellen COSO, Three Lines und ISO 31000 und wurde an die Gegeben­heiten des KSGR angepasst. Entsprechend werden Risiken aus den Bereichen Governance und Kultur, Strategie und Ziel­setzung, Laufender Betrieb sowie Finanzen und Wirtschaft­lichkeit betrachtet. Nachhaltig­keits­themen sind in den Risiko­bereichen Gesetz­gebung, Zertifizierungen und amtliche Bewilligungen, Gesell­schaft und Entsorgung verankert. Die Detail­aus­führungen sind im Konzept Risiko­management KSGR erläutert. Der Risiko­management­­prozess ist wie nach­folgend beschrieben aufgebaut.

Risikoinventar Departemente

Basierend auf internen KSGR-Risiken sowie nationalen und inter­nationalen Risk-Report-Publikationen wurde ein standardi­­siertes Risiko­inventar erstellt und entsprechend referenziert. Das KSGR-Risiko­inventar wird durch die Risiko­koordinatoren in den Departe­menten in Zusammen­arbeit mit den Führungs­personen jährlich zur Beurteilung vorgelegt.

Risikorahmen

Als Basis der Risiko­beurteilung wird ein grober Risiko­rahmen stich­wort­artig formuliert und referenziert. Gemeinsam mit dem Management­bericht Qualität gilt dieser als Beurteilungs­grundlage.

Risikobeurteilung

Die Departemente beurteilen sämtliche zugeteilten und gegebenen­falls ergänzten Risiken nach Vorgabe der Bewertungs­grundlagen.

Risikokonferenz

Die Risikokonferenz tagt einmal jährlich nach Abschluss der Risiko­beurteilung und validiert das Risiko­inventar KSGR, definiert die Top-Risiken und schlägt verantwort­liche Personen und/oder Bereiche für die Planung und Umsetzung der Mass­nahmen zuhanden der Geschäfts­leitung vor.

Bewertungsgrundlagen

Die Bewertungs­grund­lagen sind anhand von Literatur und in Zusammen­arbeit mit den verantwortlichen Expertinnen und Experten in den Bereichen Eintritts­wahrscheinlich­keit, Schadens­ausmass und Entdeckungs­wahrscheinlichkeit definiert und validiert.

Risikoschulungen

Alle verantwortlichen Personen und Departemente werden in den einzelnen Prozess­schritte regelmässig geschult.

Risikoinventar KSGR

Die Beurteilungen der Einzel­risiken werden mit einer mathematischen Durchschnitts­berechnung in ein KSGR-Risiko­inventar zusammen­gefasst. Risiken mit einer Risiko­prioritäts­zahl (RPZ) von unter 20 gelten als kompensiert. Risiken mit einer RPZ von 20 bis 39 sind kritisch zu betrachten und im Auge zu behalten und Risiken mit einer RPZ von 40 und höher gelten als nicht kompensiert und müssen priorisiert behandelt werden.

Risikobericht

Der Risikobericht wird zuhanden der Geschäfts­leitung und des Verwaltungs­rats mit dem Ziel der Freigabe der verant­wortlichen Personen und/oder Bereiche für die Massnahmen­erarbeitung der Top-Risiken erstellt.

Abbildung 4: Risikoprozess KSGR

2.6 Ressourcenmanagement

Das KSGR betreibt ein aktives Energie­management. Sämtliche beanspruchten Ressourcen werden effizient eingesetzt, deren Verwendung bewertet und wo immer möglich reduziert. Das CO2-Emissionspotential wird aktiv reduziert.

2.7 Klimarelevante Emissionen

Die klimarelevanten Emissionen des KSGR4 wurden in Zusammen­arbeit mit der Forschungs­gruppe Öko­bilanzierung vom Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen der ZHAW erarbeitet. Basierend auf den Verfahren des NFP 73-Nach­haltige Wirt­schaft-Green Hospital und dem IPCC2021-Protokoll wurden die Jahre 2018, 2022 und 2024 (inklusive Standort Walenstadt) ausgewertet.

Die Treibhaus­gas­emissionen (THGE) des Kantons­spital Graubünden haben sich in den Jahren 2018 bis 2024 von rund 9'000 Tonnen CO2e auf rund 7'300 Tonnen CO2e entwickelt, was einer Reduktion von knapp 19% entspricht.

Diese Reduktion konnte trotz des rund 10%-Wachstums (Fläche, Leistung, Personal) aufgrund der Integration des Stand­ortes Walenstadt erreicht werden. Ausschlag­gebend waren der Weiter­umbau der Wärme­systeme von fossilen Brenn­stoffen zu Fern­wärme, die Umstellung des eingekauften Stromes auf CO2-armen CH-Wasser­strom sowie der Steigerung der Produktion von eigenem Solar­strom. Trotz deutlichem Leistungs­wachstum konnte in den Bereichen Verpflegung, Medikamente sowie Infra­struktur die Treib­haus­gas­emissionen faktisch konstant gehalten werden. Die Betrachtung der Abschätzung der THG-Emissionen pro Vollzeit­äquivalent (VZÄ) betrug 2018 5.0 Tonnen CO2e, bis Ende 2024 verringerte sich der Wert gegenüber dem Basisjahr 2028 um 40% auf 3.0 Tonnen CO2e/VZÄ.

Abbildung 5: Vergleich des Treibhauspotentials des KSGR der Jahre 2018, 2022 – 2024 nach IPCC20214

In einer weiteren Standort­bestimmung5 mit dem Verband Ingenieur Hospital Schweiz (IHS) konnten wir feststellen, dass im KSGR in Scope 1 – 2 ca. 12% und in Scope 3 ca. 88% der THG-Emissionen anfallen. Scope 3 «andere indirekte Emissionen» umfassen Verbrauchs­materialien/Verpflegung, Gebäude/Betriebs­einrichtungen, Abfall/Abwasser sowie Mobilität. Somit werden wir in Zukunft auch einen Schwer­punkt auf die Scope 3-Emissionen legen.

Abbildung 6: Treibhausgasemissionen und Aufteilung nach Scope 1 – 2 und Scope 35

2024 haben wir die Mobilität unserer Mitarbeitenden detaillierter ausgewertet. Eine Befragung7 (3'000 Mitarbeitende, 1'000 Rück­antworten, Beteiligung 33%) hat folgende Daten ergeben:

Aufgrund Rückmeldungen in der Befragung wurden die Velo­parkier­anlagen an unseren Stand­orten sowie das Velo­verleih­system von Nextbike ausgebaut.

2.8 Nachhaltig­keits­tätig­keiten und -projekte 2025

Ziel Nr. 7 «Bezahlbare und saubere Energie»

Photovoltaik-Anlagen 2025 konnte mit den Photovoltaik-Anlagen am Hauptstandort (Abbildung 7) sowie dem Standort Kreuzspital elektrische Energie von 692.42 MWh (bei total installierter Leistung von 643.02 kWp) gewonnen werden. Diese Leistung wurde zu 100% im Eigenbedarf direkt genutzt. Die solar produzierte elektrische Energie entspricht 5.2% des Jahresbedarfs des KSGR.

Abbildung 7: Photovoltaikanlagen KSGR, Hauptstandort

Ziel Nr. 12 «Verant­wortungs­voller Konsum und Produktion»

Food Save Durch optimierte Bedarfs­planung, präzisere Prognose­modelle und strukturierte Bestands­kontrollen konnten wir unsere Abschreibungs­quote im Berichts­jahr deutlich senken. Über­schüssige, aber einwand­freie Lebens­mittel integrieren wir in alternative Verwendungs­konzepte.

Beschaffung Gemüse Durch die enge Partner­schaft mit drei nach den Richt­linien von Bio Suisse zertifizierten Betrieben stärken wir die regionale Wert­schöpfung und fördern eine ökologisch verant­wortungs­­volle Land­wirt­schaft. Die direkte Beschaffung ohne Zwischen­handel ermöglicht kurze Transport­wege, transparente Produk­tions­bedingungen und eine verlässliche Rück­verfolg­barkeit der Produkte. Die Integration regionaler Bio-Produkte unterstützt nicht nur ökologische Ziele wie Boden­frucht­barkeit und Bio­diversität, sondern leistet auch einen messbaren Beitrag zur Reduktion unseres CO2-Fuss­abdrucks.

Ziel Nr. 13 «Massnahmen zum Klimaschutz»

Green-IT

Beleuchtungsersatz Personalparkhaus Arlibon Im Personalparkhaus Arlibon wurde ein Projekt für den Ersatz der alten Park­haus­beleuchtung abgeschlossen. Die alten Fluoreszenz­röhren-Leuchten wurden in selber Stück­zahl durch LED-Balken­leuchten ersetzt. Anstelle Betrieb ab Netz­kommando des Energie­ver­sorgers (analog der Strassen­beleuch­tung) ist die Beleuchtung neu zu 50% über Tages­licht­anteil-Steuerung und zu 50% über Tages­licht­anteil-Steuerung mit Präsenz­meldung angesteuert. Mit diesem Umbau werden Energie­kosten im Bereich von 50% (16'468 kWh/Jahr) eingespart.

Fernwärme Personalhaus Lichtenstein Die Wärmeversorgung von Öl zu Fern­wärme in der Personal­wohn­liegen­schaft Haus Lichten­stein wurde im Zuge der Gesamt­sanierung des Gebäudes umgesetzt.

Bike to work Auch 2025 hat das KSGR bei «bike to work» mitgemacht.

83 Teams mit Total 310 Teil­nehmenden haben während den Monaten Mai und Juni 2025 insgesamt 3'735 Velo­tage und somit 34'715 Velo­kilometer gesammelt.

Basierend auf den Berechnungen von bike to work entspricht dies einer Einsparung von rund 5 Tonnen CO2e.

Die Befragung zur Mobilität der Mitarbeitenden im Jahr 2023 hat ausserdem ergeben, dass rund 17% der Mitarbeitenden entweder mit dem Velo oder zu Fuss den Arbeitsweg zurücklegt.

Entsorgung Das Kantonsspital Graubünden hat im Jahr 2025 durch die Verwertung der Wert­stoffe einen wertvollen Beitrag für die Umwelt geleistet. Insgesamt konnten durch die fach­gerechte und getrennte Entsorgung und Recycling 462.3 Tonnen CO2e eingespart werden.

Ziel Nr. 14 «Leben unter Wasser»

Reduktion der Kontrastmittel im Abwasser

Das KSGR beteiligt sich an einem Pilot­projekt zum Schutz unserer Gewässer und dem Leben im Wasser. Das Pilot­projekt untersucht, inwiefern der Anteil an medizinisch genutzten Kontrast­mitteln in den Gewässern durch gezielte Mass­nahmen in einer Gesund­heits­einrichtung reduziert werden kann.

Ziel Nr. 13 «Massnahmen zum Klimaschutz»

Beleuchtungsersatz Im Bettenhaus D wird die alte Beleuch­tung, bestehend aus Fluoreszenz­leuchten-Lampen durch LED-Lampen ersetzt. Die Ansteuerung wird über eine Tages­licht­abhängige Präsenz­meldung erfolgen.

Weitere Bereich werden im Verlaufe des Jahres 2026 eruiert und entsprechend budgetiert.

Mobilität Mitarbeitende Das Thema der Mobilität der Mitar­bei­tenden wird im 2026 neu aufgegriffen. Eine Arbeits­gruppe, bestehend aus allen Interessen­gruppen wird gebildet und sucht ent­sprechende Lösungen, um eine nach­haltigere Pendler­mobilität zu fördern.

3. Social / Soziales (S)

3.1 Grundlagen Soziales

Der soziale Aspekt von ESG betrifft die Beziehungen eines Unter­nehmens zu seinen Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten, Gemein­schaften und anderen rele­van­ten Stakeholdern. Dazu gehören Themen wie Arbeits­bedingungen, Menschen­rechte, Viel­falt und Inklusion, Gesund­heit und Sicherheit am Arbeits­platz sowie das Engagement in der Gemeinschaft.

Die Stiftung Kantonsspital Grau­bünden beschäftigt aktuell rund 3'500 Mitarbei­tende. Somit ist sie der grösste private Arbeitgeberin im Kanton Grau­bünden. Das KSGR hält sich an die geltenden Gesetze und Vorschriften im Bereich Mitarbeitenden- und Umwelt­schutz. Das KSGR-Kader informiert die Mitarbei­ten­den regel­mässig direkt. Die Informationen werden auch über die digitalen Kommuni­kations­wege bereit­gestellt. Die Mitarbei­tenden sowie die Personal­kommission (PEKO) haben die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Somit wird auch die durch­gängige Einhaltung der Arbeits­rechte sowie der Gesundheits- und Arbeits­schutz gewährleistet. Das betriebliche Gesund­heits­management (BGM) sowie die Lohn­gleichheit werden durch externe Audits/Analysen bestätigt.

Ziel Nr. 3 «Gesundheit und Wohlergehen»

Betriebliches Gesundheits­management

Die Gesundheit der Mitarbeitenden hat am Kantons­spital Grau­bünden (KSGR) einen hohen Stellen­wert. Dieser Anspruch ist im KSGR-House 2023 – 2026 ausdrücklich verankert und wird durch den Leit­satz «Die Gesund­heit unserer Mitarbeitenden ist uns wichtig.» unterstrichen.

Das Betriebliche Gesundheits­management (BGM) ist ein zentrales Instrument zur Umsetzung dieses Anspruchs. Es leistet einen wesent­lichen Beitrag zur Leistungs­fähigkeit, Motivation und lang­fristigen Arbeits­fähigkeit der Mitarbeitenden.

Der Spitalalltag ist geprägt von hoher Arbeits­intensität, Schicht­arbeit, Fach­kräfte­mangel sowie steigenden psychischen und physischen Anforde­rungen. Diese Rahmen­bedin­gungen wirken sich unmittelbar auf Gesund­heit, Arbeits­zufrieden­heit, Absenzen sowie die Bindung der Mitarbeitenden aus. Ein systematisch gesteuertes BGM stellt daher einen wichtigen Erfolgs­faktor dar, um eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Patienten­versorgung sicher­zustellen.

Das BGM am KSGR ist integraler Bestand­teil der Unter­nehmens­strategie und orientiert sich an den strategischen Zielen des KSGR-House. Gesund­heit wird dabei nicht als einzelne Mass­nahme verstanden, sondern als gemeinsame Verant­wortung von Organisation, Führungs­kräften und Mitarbeitenden.

Im Zentrum stehen drei strategische Leitlinien:

Gesundheit als Wert und Eigenverantwortung Mitarbeitende werden befähigt und unterstützt, Verant­wortung für ihre eigene Gesund­heit zu übernehmen.

Gesundheit als Führungsaufgabe Führungskräfte sind sich ihrer Wirkung auf Gesund­heit und Leistungs­fähigkeit bewusst und gestalten die Arbeits­bedingungen aktiv gesundheits­förderlich.

Gesundheits­förder­liche Rahmen­bedingungen und Prozesse Arbeitsorganisation, Zusammen­arbeit und betriebliche Prozesse werden systematisch gesund­heits­orientiert weiter­entwickelt.

Das BGM verfolgt das Ziel, durch präventive und gesund­heits­förderliche Mass­nahmen einen mess­baren Beitrag zum Unter­nehmens­erfolg zu leisten. Im Fokus stehen dabei die Reduktion gesund­heitlicher Belastungen, die Stärkung von Ressourcen sowie die früh­zeitige Erkennung von Risiken.

Die strategischen Zielsetzungen sind:

Gesunde und leistungs­fähige Mitarbeitende Förderung der physischen und psychischen Gesund­heit sowie der Motivation.

Stabile Präsenz und nach­haltige Arbeits­fähigkeit Prävention von Lang­zeit­absenzen und Sicher­stellung der lang­fristigen Einsatz­fähigkeit.

Attraktive Arbeitgeberin Stärkung der Mitarbeitenden­bindung, der Zufrieden­heit sowie der Attraktivität als Arbeit­geberin.

Das BGM berichtet jährlich über zentrale Erkenntnisse und Entwicklungen. Der Bericht umfasst aktuelle Handlungs­schwer­punkte, die im Geschäfts­jahr umgesetzten Aktivitäten sowie einen Ausblick auf die geplanten Mass­nahmen der kommenden Periode.

Ziel Nr. 4 «Hochwertige Bildung»

Das KSGR ist ein bedeutendes Ausbildungs- und Weiter­bildungs­zentrum für Gesund­heits­berufe in der Südost­schweiz. Bildung und Nach­wuchs­förderung haben einen hohen Stellen­wert und leisten einen wichtigen Beitrag zur lang­fristigen Sicher­stellung von qualifizierten Fach­kräften im Gesund­heits­wesen.

Mit einem vielfältigen Angebot an 13 Lehr­berufen in der beruflichen Grund­bildung ermöglicht das KSGR zahl­reichen Jugend­lichen einen fundierten Einstieg ins Berufs­leben. Insgesamt werden im Jahr über 800 Personen in über 30 verschiedenen Berufen aus­gebildet. Davon befinden sich 119 Lernende in einer Berufs­lehre am KSGR.

Neben der beruflichen Grund­bildung umfasst das Bildungs­angebot auch höhere Fach­aus­bildungen, Nach­diplom­studien­gänge sowie ärztliche Weiter­bildungen. Dadurch deckt das Spital verschiedene Qualifizierungs­stufen ab – von der Ausbildung über die Speziali­sierung bis hin zur kontinuierlichen beruflichen Weiter­entwicklung.

Die Ausbildung am KSGR zeichnet sich insbesondere durch Praxis­nähe, hohe Qualitäts­ansprüche, Vielfalt und eine enge Begleitung der Lernenden und Studierenden aus. Ziel ist es, kompe­tente Fach­personen auszubilden und gleichzeitig eine hohe Qualität in der Patienten­versorgung sicher­zustellen.

Ziel Nr. 8 «Menschenwürdige Arbeit und Wirtschafts­wachstum»

Das KSGR leistet als Zentrums­­spital der Südost­­schweiz einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wert­schöpfung und Beschäftigung. Mit mehreren tausend Mitarbeitenden zählt es zu den grössten Arbeit­gebern im Kanton Grau­bünden und bietet zahlreiche qualifizierte Arbeits­plätze in medizinischen, pflege­rischen, technischen und administra­tiven Bereichen.

Ein zentraler Fokus liegt auf attraktiven und fairen Arbeits­bedingungen sowie einer lang­fristigen Mitarbeitenden­bindung. Dazu gehören unter anderem markt­gerechte Löhne, Weiter­bildungs­möglichkeiten, flexible Arbeits­modelle sowie Mass­nahmen zur Verbesserung der Arbeits­bedingungen im Spital­alltag. Ziel ist es, sowohl bestehende Mitarbei­tende zu halten als auch neue Fach­kräfte zu gewinnen und damit die Versorgung der Bevölkerung nachhaltig sicher­zustellen.

Das KSGR investiert zudem gezielt in Führungs- und Personal­entwicklung, um eine moderne und verantwortungs­volle Führungs­kultur zu stärken. Durch entsprechende Programme werden Führungs­kräfte in ihrer Rolle unter­stützt und befähigt, ein gesund­heits­förder­liches und wert­schätzendes Arbeits­umfeld zu gestalten.

Ein weiterer wichtiger Bestand­teil ist die kontinuierliche Weiter­entwicklung der Arbeits­bedingungen. Innovative Ansätze, beispiels­weise neue Arbeits­zeit­modelle oder Projekte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privat­leben, tragen dazu bei, den Arbeits­alltag nachhaltig zu verbessern.

Um die Qualität seiner Arbeits­bedin­gungen systematisch zu über­prüfen und weiter­zuentwickeln, lässt das KSGR sein betriebliches Gesund­heits­management nach dem Friendly Work Space Label zertifizieren. Dieses anerkannte Label zeichnet Organi­sa­tionen aus, die sich in besonderem Mass für gesunde Arbeits­bedingungen und das Wohl ihrer Mitarbeitenden einsetzen.

Durch diese Mass­nahmen fördert das KSGR menschen­würdige Arbeit, stärkt seine Attraktivität als Arbeitgeber und leistet gleich­zeitig einen wichtigen Beitrag zur wirt­schaftlichen Stabilität und zur nach­haltigen Gesundheits­versorgung in der Region.

Ziel Nr. 9 «Industrie, Innovation und Infrastruktur»

Das KSGR trägt durch eine moderne Infra­struktur, innovative medizinische Technologien und kontinuierliche Weiter­entwicklung seiner Prozesse zur Umsetzung des Nach­haltig­keits­ziels Industrie, Innovation und Infrastruktur bei. Als Zentrums­spital der Südost­schweiz investiert das KSGR laufend in den Ausbau und die Modernisierung seiner baulichen und technischen Infra­struktur, um eine qualitativ hoch­wertige, sichere und effiziente Gesund­heits­versorgung zu gewähr­leisten.

Ein wichtiger Schwer­punkt liegt auf der Förderung von Innovation in Medizin, Pflege und Organisation. Neue Technologien, digitale Lösungen und moderne Behandlungs­methoden werden gezielt eingesetzt, um Diagnostik, Therapie und Patienten­prozesse kontinuierlich zu verbessern. Gleich­zeitig werden interne Prozesse weiterentwickelt, um Effizienz, Qualität und Patienten­sicherheit nach­haltig zu stärken.

Auch im Bereich Digitalisierung und IT-Infra­struktur verfolgt das KSGR eine klare Entwicklungs­strategie. So wurde die Server-Infra­struktur vollständig auf HPE GreenLake der Hewlett Packard Enterprise umgestellt. Durch diese Modernisierung konnte der Energie­verbrauch im Bereich der Server-Infrastruktur um rund 40 % gegenüber dem bisherigen Verbrauch reduziert werden. Dies trägt sowohl zur Effizienz­steigerung der IT-Systeme als auch zur Reduktion des ökologischen Fuss­abdrucks des Spitals bei.

Darüber hinaus engagiert sich das KSGR in Forschung, Entwicklung und Aus­bildung. In Zusammen­arbeit mit Partner­­institutionen werden neue medizinische Erkenntnisse in die Praxis integriert und innovative Versorgungs­modelle entwickelt. Damit leistet das Spital einen wichtigen Beitrag zur Weiter­entwicklung der Gesund­heits­versorgung in der Region.

Durch den gezielten Ausbau seiner Infra­struktur, die Förderung von Innovation und den Einsatz moderner Technologien stärkt das KSGR lang­fristig eine leistungs­fähige und nach­haltige Gesund­heits­versorgung.

4. Governance / Führung (G)

Eine verantwortungsvolle und trans­pa­rente Unter­nehmens­führung bildet die Grund­lage für eine nach­haltige Ent­wick­lung des KSGR. Klare Führungs­strukturen, verbind­liche Richt­linien und eine werte­basierte Unter­nehmens­kultur stellen sicher, dass wirt­schaftliche, soziale und öko­logische Aspekte in strategische Entscheidungen einbezogen werden.

Die Governance-Strukturen des KSGR gewähr­leisten eine klare Rollen­verteilung zwischen strategischer und operativer Führung sowie eine transparente Entschei­dungs­findung. Strategische Leit­linien, interne Reglemente und Kontroll­mechanismen unter­stützen eine verant­wortungsvolle Unter­nehmens­steuerung und tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu managen.

Ein zentraler Bestand­teil der Führungs­kultur ist die Förderung von Integrität, Trans­parenz und Verantwortungs­bewusstsein. Führungs­kräfte über­nehmen eine wichtige Vorbild­funktion und tragen dazu bei, ethische Grund­sätze sowie gesetz­liche und regulatorische Anforde­rungen konsequent umzusetzen.

Darüber hinaus setzt das KSGR auf eine kontinuierliche Weiter­entwicklung der Führungs­kompetenzen. Durch gezielte Führungs­programme und interne Entwick­lungs­angebote werden Führungs­personen darin unterstützt, Mitarbeitende wert­schätzend zu führen, Veränderungen aktiv zu gestalten und nach­haltige Entschei­dungen zu treffen.

Durch diese Strukturen und Mass­nahmen stellt das KSGR sicher, dass verant­wor­tungs­volle Führung und gute Unter­nehmens­­führung langfristig zur Stabilität, Qualität und Nachhaltig­keit der Gesund­heits­versorgung beitragen.

5. Quellen

  1. DVKC, Leitfaden Erstellung einer DNK-Erklärung für Gesundheitseinrichtungen (10/2023)
  2. UN-Agenda, 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SGD's) https://unric.org/de/17ziele/(2022)
  3. SNF, Nachhaltige Wirtschaft NFP-73 Policy Brief Nr. 4/2022, Green Hospital (12/2022)
  4. ZHAW, KSGR: Umweltauswirkungen im Jahr 2024 im Vergleich zu 2018, 2022 – 2024 (10/2025)
  5. IHS, KSGR Nachhaltigkeit mit Fokus Netto-Null, Standortbestimmung (22.12.2023)
  6. SBB, KSGR 2024-Mitarbeiterbefragung zur Pendlermobilität (07.05.2024)

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