
Rückblick 2020.
Arbeiten und Werben aus der Distanz
Das Jahr 2020 hat auch die Tourismuswerbung auf den Kopf gestellt: Während der Corona-Wellen im Frühjahr und Spätherbst galt es, aus der Distanz zu Gästen Kontakt zu halten. Auch Graubünden Ferien ging dabei neue Wege. Mit der Verordnung des sogenannten Lockdowns durch den Bundesrat am 13. März 2020 wurde nicht nur das öffentliche Leben in der Schweiz in weiten Teilen stillgelegt, auch die touristischen Angebote wurden bis Ende Mai 2020 ausgesetzt. Mit erneut schärferen Massnahmen von Bund und Kanton im Dezember 2020 im Verlauf der zweiten Corona-Welle wurden wiederum erhebliche Einschränkungen im Tourismus beschlossen. Aktive Marketingmassnahmen von Graubünden Ferien (GRF) wurden während des Lockdowns im Frühjahr eingestellt und in der zweiten Corona-Hochphase im Dezember zurückgefahren. Zur Beurteilung der Lage und der GRF-betreffenden Massnahmen wurde ab Beginn der Pandemie eine interne Task Force eingesetzt, die Geschäftsleitung beriet sich bei Bedarf wöchentlich. Mit der Branche – dabei insbesondere mit den Destinationen – sowie mit den Behörden wurde während des ganzen Jahres ein intensivierter Austausch gepflegt. Für die GRF-Mitarbeitenden galt für die meiste Zeit die Empfehlung zu Home-Office.
Mit digitaler Gästeansprache wird Graubünden daheim erlebbar gemacht.
Graubünden nach Hause gebracht
Doch was tut eine touristische Marketingorganisation, wenn Reisen nicht mehr möglich sind oder davon abgeraten wird? Graubünden Ferien passte in beiden Hochphasen der Pandemie ihre Gästekommunikation an. Im neu eingerichteten, internen Content Room mit eigenen Kräften für die multimediale Kommunikation wurde im Frühjahr 2020 folgendes Konzept umgesetzt, um mit Gästen und Fans von Graubünden im In- und Ausland über Web, Newsletter und Social Media in Verbindung zu bleiben:
- Rückblick auf den letzten Winter (18. bis 25. März 2020)
- Inspiration für Zuhause mit «#Graubündabidiar» (25. März bis 9. Mai 2020)
- Vorfreude auf die bevorstehenden Lockerungen (10. bis 26. Mai 2020)
- Aufmerksamkeit und Angebotsbewerbung mit «#EndlichGraubünda» (ab 27. Mai 2020)
Damit nahm der Content Room direkt Rücksicht auf die jeweilige Lockdown-Phase und die dabei geltenden öffentlichen Regeln zum Schutz der Gesundheit. Rechtzeitig zum Ende der verschärften Massnahmen Ende Mai konnte die Angebotsbewerbung für den Sommer und Herbst wieder «hochgefahren» werden.
Nachfrageförderung in ungewisser Lage
Wie sich die touristische Nachfrage in der Folge entwickeln würde, war höchst ungewiss. In dieser Situation sprach die Bündner Regierung sowohl für die Nachfragestimulierung im Sommer und Herbst 2020 als auch im Winter 2020/2021 ein touristisches Impulsprogramm. Ziel der Programme war es, Gäste aus dem Inland kurzfristig für Ferien und Freizeitaufenthalte in Graubünden zu begeistern. Im Sommer und Herbst 2020 konnten die im Vorfeld definierten Kampagnenziele erfüllt werden. Damit konnte ein Beitrag zur Wahrnehmungssteigerung von Graubünden im Markt Schweiz geleistet werden. Ob es zu einer touristischen Wintersaison 2020/2021 kommen würde, blieb bis kurz vor den Weihnachtsfeiertagen unklar. Der Bund erhöhte im Dezember seine Massnahmen zum Schutz vor dem Corona-Virus aufgrund hoher Fallzahlen im Wochenrhythmus, und der Kanton Graubünden schloss für die Zeit vom 5. bis und mit 22. Dezember alle Restaurants und Freizeiteinrichtungen. Auch danach konnten Gastrobetriebe und Freizeiteinrichtungen aufgrund weiterer Verschärfungen durch den Bund bis über das Jahresende hinaus nicht öffnen. Am 21. Dezember 2020 entschied die Bündner Regierung, die Skigebiete offenzuhalten. Der Verkauf von Ski-Tageskarten wurde für die Festtage begrenzt.
Live-Streaming der GV GRF aus einem Produktionsstudio.
Eine GV per Livestream
Ungewöhnlich war auch die Generalversammlung 2020 von Graubünden Ferien. Diese fand zum ersten Mal in der Geschichte ohne Publikum vor Ort via Livestream aus einem Produktionsstudio in Malans statt. Die Mitglieder waren online zugeschaltet. Damit wurde den Corona-Auflagen der Behörden Rechnung getragen. Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff überbrachte in einer Videobotschaft die Grüsse der Bündner Regierung. Der Regierungsrat appellierte an die Bündner Tourismusakteure, für die Zukunft gemeinsam nach Lösungen zu suchen und Synergien zu nutzen. An der Generalversammlung wurde für Corinne Denzler (Chenot Palace Weggis, vormals Tschuggen Hotel Group) neu Irene Müller-Ryser (Hotel Castell, Zuoz) in den Vorstand gewählt. Nebst der Bewältigung der Corona-Krise stand 2020 bei GRF im Zeichen der neuen Erlebnisentwicklung als Ergebnis eines Strategie-Reviews im vergangenen Jahr. So arbeitete GRF intensiv daran, für Touring-Reisen in Graubünden einen touristischen «Alpine Circle» aufzubauen. Dabei werden die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Graubündens zu spannenden alpinen Rundreisen verbunden. In den Fernmärkten (GCC, China und USA) wurden die Marketingaktivitäten in Kooperation mit Bündner Hotelpartnern fortgesetzt, aufgrund der internationalen Reisebeschränkungen fand die Aufbauarbeit im Hintergrund statt.
Blogger schreiben ein Graubünden-Magazin
Eine Premiere in der Kommunikation von Erlebnissen und touristischen Angeboten stellte 2020 das erstmals veröffentlichte Blogger-Magazin dar. Das gedruckte Magazin enthält auf 164 Seiten zehn von Bloggern verfasste Artikel, ergänzt mit Reisetipps und Infografiken. Graubünden Ferien arbeitet seit Jahren mit Bloggern aus dem In- und Ausland zusammen und schätzt diese als authentische Erzähler, die ihre Followers durch persönliche Empfehlungen zum Reisen animieren. Zugang zu ihren Geschichten hatte bisher aber nur, wer ihren Online-Kanälen folgt. Mit dem neuen Magazin änderte sich auch das. Es erschien als Beilage der Dezember-Ausgabe des Schweizer Reisemagazins «Transhelvetica».